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Das Bautagebuch
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Wie jetzt? Neugierig? Also gut, bevor noch einige vor
Aufregung einen Nervenzusammenbruch
bekommen, klären wir lieber schnell die Fragen nach dem wer, wie, was,
wieso, weshalb und warum. Obwohl, so einfach ist das auch wieder nicht!
Einige Fragen müssen noch unterteilt werden. Aber das Leben ist keine
duftende Blumenwiese und
deswegen haben wir wie immer keine Kosten und Mühen gescheut,
detaillierte Aufklärung zu leisten!
WER?
Wer macht eigentlich die ganze Arbeit?
Die, die in der Mitgliederversammlung bei der
Abstimmung über das "sollen wir uns das antun", so unvorsichtig
waren mit "Ja" zu stimmen. Aber alle anderen haben es
natürlich auch nicht
leicht! Da gilt es über die komplette Bauphase, bis über Jahre
hinaus noch, extreme Bedenken zu tragen. Finanzielle Untergangsszenarien
für den Verein sind bei jeder Gelegenheit aufzuzeigen. Es sind Gruppen
zu bilden, die es hätten gleich sagen können oder schon immer gewusst
haben.
Wer bezahlt das Ganze?
Auch auf die Gefahr hin, dass jetzt einige grün
vor Neid werden! Wir haben Sponsoren! Ha! Unglaublich, aber wahr. Unsere
Ehrenmitglieder Lisa und Peter haben uns eine Finanzspritze gegeben, mit
der wir das Ganze umsetzen können. An dieser Stellen nochmal einen
herzlichen Dank an die Beiden.
WIE?
Wie hoch werden die Verluste sein?
Immens! Jedoch hoffen wir, dass noch einige übrig
bleiben werden, die danach noch in der Lage sind zu spielen. Aber was
sind schon einige, wenige Kleingärtner bei so einem Projekt? Natürlich
werden auch Bandscheiben vorfallen sowie Muskelfasern und Geduldsfäden
zerreißen. Seen aus Schweiß werden entstehen. Aber viel salziger kann
das Grundwasser an der Halde ja nicht mehr werden. (Achtung: Das war ein
Witz für eingeweihte Marler Bürger!)
Schön wäre natürlich, wenn uns zu Anfang jemand
mit einem Radlader helfen würde. Könnte ja sein, dass jemand das
unbändige Verlangen verspürt. Wir würden ihn lassen! Ehrlich,
wir sind so!
Wie soll das den aussehen, wenn es fertig ist?
Im Detail kann man
das unserer fantastischen Planungszeichnung entnehmen. Mal locker
draufgeklickt und sich von der PDF-Datei (870 kB) vom Hocker reißen
lassen.
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WAS?
Was ist Pétanque?
Nein, nichts zu essen und auch nichts Unanständiges.
Ferkel! Viele haben es schon einmal gespielt, aber Boccia oder Boule
genannt. Kurz gesagt, ett is datt Spiel mitte kleine Holzkugel und die
großen, schweren Stahldinger. Die meisten Freizeitspieler spielen vom
Prinzip her sowieso nach den Pétanque-Regeln. Wie? Stimmt gar nicht?
Gut, dann hilft nur eins. Selber nachlesen und zwar
hier.
WIESO?
Wieso gerade Pétanque?
Ehrlich? Also gut, die schonungslose Wahrheit! Man
benötigt mit 4x15m das kleinste Spielfeld. Bocciafelder sind zum
Beispiel 4,5x26m groß und Boule-de-Fort 7x25m. Wer soll denn die
Erdmassen beim Bau der Spielfelder bewegen? Außerdem hätten wir noch
Teile der Halde anpachten müssen. So viel Platz hat doch kein
Kleingärtnerverein!
WESHALB?
Weshalb tun wir uns das an?
Weil wir in der Kleingartenanlage "Immergrün" gesehen
haben, dass es sich lohnt. Unsere Freunde aus der Wiesenstraße haben
zwar die kleinste Anlage in Recklinghausen, konnten aber trotzdem einen
Platz finden ein Spielfeld anzulegen. Und sie haben jede Menge Spaß an
dem Spiel. Diesem Vorbild wollen wir folgen!
Achtung, jetzt wird es ernst! Mitglied in einem
Kleingärtnerverein zu sein, bedeutet ja nicht, dass man den ganzen Tag
den Blumen beim Wachsen zusieht oder die Rabatten zum achten Mal in der
Woche durchharkt. Nein, es bedeutet auch Gemeinschaft. Mal
zusammenzusitzen und sich auszutauschen. Oder einfach mal nur dummes
Zeug zu erzählen.
Dieses Wir-Gefühl ist in der letzten Zeit ein Stück
weit zu kurz gekommen. Die Hoffnung besteht nun darin, dass man sich zum
Spielen trifft und sich andere einfach so dazugesellen. Gibt es denn
etwas Schöneres als über die Unzulänglichkeiten anderer so richtig
abzulästern! Eben!
Natürlich kann man sagen, dass wir dafür sehr
viel Aufwand treiben! Aber wir glauben, es lohnt sich auf jeden Fall. Und
wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Weshalb gerade dieses
Sport?
Es gab noch zwei andere Optionen. Stabhochsprung und
Wildwasserkanufahren! Für Stabhochsprung war jedoch keine Genehmigung so
nah an der Straße zu bekommen und für eine Wildwasserbahn ist das
Gefälle in unserer Anlage zu klein. Also blieb nur noch Pétanque. Die
Regeln sind einfach und es kann von jeder Altersgruppe gespielt werden.
Perfekt!
WARUM?
Warum dauert das eigentlich so lange?
Das fragen wir uns auch! Aber in solchen Fällen ist
wie immer der Vorstand anzusprechen. Der hat eine Liste mit gut formulierten
Ausreden, Verdächtigen und Schuldigen vorbereitet.
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Hier beginnt die Dokumentation des Leidens und der Qualen!
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| 05.02.2012 |
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Die Fläche für den Aushub von
5,9x16,2m ist abgesteckt. Der Boden ist bei Temperaturen von
bis
zu -15°C knüppelhart gefroren. Gott sei Dank! Sonst müssten wir
noch anfangen! |
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| 20.02.2012 |
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Ja, am Rosenmontag haben wir in der
Kleingartenanlage Brinkfortsheide gearbeitet. Zumindest
einer, der Dieter. Der andere, der Bernd, hat ihm nur aus
sicherer Entfernung mit dem Fernrohr
dabei zugeschaut! Aber nee,
is' kein Fernrohr! Das ist ein Theodolit! Poohhh! Wir haben
Sachen!
Da kann man richtig Angst bekommen! |
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Mit dem
Theodorl...ähh...Thermodo...mhh...The... oder Kaffee...häh? Mit
"der Gerät" haben wir
die Höhen eingemessen, bis zu denen wir
die Fläche ausheben müssen bzw. anfüllen. Links kann
man die
tiefste Stelle sehen und rechts die höchste. |
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Zwölf Stellen haben wir
eingemessen. Die Oberkante der Pflastersteine ist jeweils auf
das
erforderliche Niveau gebracht worden. Und siehe da! So viel
muss gar nicht gebuddelt werden.
Es ist mehr ein umschichten.
Diese Aussage werden wir wahrscheinlich noch bereuen! |
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| 25.02.2012 |
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Das sind sie, die Hünen der
Brinkfortsheide. Menschgewordene Baumaschinen. Unfassbare
Muskelpakete an göttergleich geformten Körpern. (v.l.: Torsten,
Jürgen, Hartmuth, Georg, Hans,
Dieter; vorne: Vincent). Wenn die loslegen, sollte man nicht im
Wege stehen. Das rechte Foto
mußte mit einer Hochgeschwindigkeitskamera aufgenommen werden,
um überhaupt etwas sehen
zu können. |
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Upps! Kinderarbeit! Wer hat denn
jetzt das Foto...? Aber wir bezahlen Mindestlöhne! Und die
Kantine ist super. Es gab Gulaschsuppe mit Brötchen. War lecker!
Britta und Anne hatten auch
Kamillentee und warme Milch mit Honig in Bierflaschen abgefüllt. |
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Was soll man bei diesen Bildern
noch sagen? Demütiger Respekt wäre wohl die richtige Reaktion.
120.450m³ Erde und 1230t Felsen wurden bewegt. Auf jeden Fall
sahen alle nachher so aus. |
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| 03.03.2012 |
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Der Tag der Wahrheit! Die
Bauleitung macht eine Zwischenabnahme. Und das Ergebnis ist
schockierend! Teilweise wurde 5cm zu tief ausgehoben. Skandal!
Nee! Nur Quatsch! Dafür, dass wir keine staatlich anerkannten
und geprüften Präzisionsschepper
sind, ist dies ein gutes bis hervorragendes Ergebnis. 5cm
bedeuten bei dieser Fläche natürlich
auch etwa 4,8 m³ mehr Schotter.
Es gibt auch die ersten Verluste zu vermelden. Der
Mega-Gliedermaßstab ist zermessen worden.
Oder sagt man doch
eher zerbrochen? Und der war nur geliehen! O...ohhh! |
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Wir haben 18 Holzpfähle
eingeschlagen und die Höhen, bis zu denen der Schotter eingebracht
werden
muss, jeweils mit einem Nagel markiert.
Jetzt fehlt nur noch Material. Die Einkaufsliste
ist schon lange
geschrieben, jedoch sind Baustoffhändler in der Weltstadt Marl
und Umgebung
etwas rar gesät. Baumarkt?! Ja, nee, is' klar! |
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| 17.03.2012 |
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Wir haben in Marl seit dem
01.03.2012 doch wieder einen Baustoffhändler. Und der hat uns
den
Mount Everest in der Schotterversion in die Anlage gekippt.
Gut, vielleicht nicht so hoch, aber
bestimmt genau so schwer. 27t laut Frachtpapieren! Das Foto
zeigt nur noch zwei Drittel der
Menge. Und da der, der normalerweise bei uns die Berge versetzt,
keine Zeit hatte, haben wir uns
einen Radlader gegönnt. Günther, 82 Jahre und Berufsbaggerfahrer
a.D., hatte sich bereit erklärt
"der Gerät" zu fahren. |
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Präzisionsradladerfahren in
Vollendung. Um die Randböschung und die Höhenmarkierungen nicht
zu zerstören, haben wir den Schotter in die Schubkarren kippen
lassen und dann verteilt. Und
wenn man ganz ehrlich ist, kam
schon fast soetwas wie Langeweile auf. |
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Jau! Stromkabel wurden natürlich
auch verlegt! Wie soll denn sonst die 40.000 Watt
Flutlichtanlage....Ruhig bleiben! War nur Spass!
Diesmal hatten wir ein Open-Air-Buffet mit zahlreichen,
internationalen Köstlichkeiten und
auserlesenen Getränken
aufbauen lassen. Ja, das Leben kann hart und beschwerlich sein.
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Tja! Und dann passierte das, was
kein Mensch braucht. Der Radlader war umgekippt! Das Bild
zeigt
schon den Abtransport durch einen Bagger, der den Lader wieder
aufgerichtet hatte. Gott sei
Dank ist unserem Günther nichts
passiert! Nicht einmal ein blauer Fleck. Gegen unseren
Schutzengel muss der A380 wie ein Papierflieger wirken. Am
Radlader war das Sicherheitsglas
der Seitentür zerborsten. Von
diesem Zeitpunkt an war für die letzten ca. 7t natürlich Handarbeit
angesagt. |
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Jetzt mussten alle Kräfte
mobilisiert werden. Frauen und Kinder zuerst. Wie man sieht,
hatten
Andrea, Britta (Nein! Das Knie ist nicht gebrochen!) und
Anni jede Menge Motivation und gute
Laune mitgebracht. Ja, ja,
Kinderarbeit! Nörgel, nörgel, nörgel! Man muss der Jugend auch
die
Chance geben sich zu entfalten. Die Alten waren zu dem
Zeitpunkt schon alle aufgebraucht. |
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Und das sind die beiden
Allerletzten! Hallooo...!! Schubkarren!!! Nicht der Frank und
der
Jürgen! Dann wurde noch schnell alles mit einer ebenfalls
geliehenen 80kg-Rüttelplatte verdichtet.
Diese Arbeit ging
wieder locker von der Hand. So eine Platte fährt fast von
alleine und muss nur
ein wenig dirigiert werden. Solche leichten
Arbeiten werden natürlich bevorzugt vom Projektleiter
übernommen. |
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So! Feddich! Teilziel erreicht!
Kleiner Tipp am Rande. Man kann 27t nicht mit Schubbkarren
etwa
150m weit fahren. Klar, wenn man eine Horde junger,
muskelbepackter Hünen zur
Verfügung stehen hat, ist das
sicherlich kein Problem. Man muss auch bedenken, dass mindestens
nochmal so viel an Material bewegt werden muss. Booohh! Wer
wollte eigentlich, dass wir uns
den Sch... antun! Aber egal! In
zwei Wochen sind die Schmerzen vergessen, die Letzten werden
aus
dem Lazarett entlassen worden sein und der Radlader ist mit
Stützräder ausgestattet worden. |
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| 05.04.2012 |
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Das Material wird geliefert. Was
hier so idylisch aussieht, kostet jede Menge, vorher nicht
kalkuliertes Geld! Warum? Die Hersteller der U-Steine zum
Beispiel packen drei Lagen
übereinander. Gesamthöhe 1,2m. Gesamtgewicht 1,2t. Jetzt hat man
zwei Probleme. Erstens, wie
hebe ich einen U-Stein von 100kg Gewicht aus der oberen Lage?
Und zweitens kann der LKW
des
Baustoffhändlers die Palette maximal einen Mikrometer neben dem Wagen
absetzen,
ansonsten würde
der Kran aufgrund der Überlast abschalten. Das bedeutet aber man
hat die
Palette irgendwo im
Nachbardorf stehen und nicht in der Nähe des Baufeldes. Also
läßt man die
Paletten vom
Baustoffhändler umpacken. Das kostet natürlich Geld. Jetzt hat man
aber auch
mehr Paletten! Die
passen nicht alle auf den LKW. Der muss also öfter fahren. Jede
Fahrt kostet
natürlich Geld! Die
Paletten müssen mit dem Kranarm vom LKW gehoben werden. Richtig!
Jeder
Hub kostet Geld!
Und das Ende vom Lied ist, dass durch das Umpacken die
Materialien nicht
mehr optimal
angeordnet sind und durch das Heben Ecken abplatzen oder Platten
durchbrechen.
Hömma! Da krichse son Hals! |
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| 11.04.2012 |
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Der Hals ist wieder
abgeschwollen. Die defekten Platten haben wir ersetzt bekommen.
Die Baustelle war wieder eingerichtet und alle hatten Lust
weiterzumachen. Es waren aber nur
drei gekommen. Was war da los??? Egal! Dieter konnte auf jeden
Fall nicht gebremst werden, die
Randsteine förmlich in den Boden zu rammen. Natürlich exakt der
Schnur entlang und auf den
Millimeter genau, höhenmäßig ausgerichtet. Es ist uns schon fast
peinlich wie genau wir das
hinbekommen haben. |
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Hartmuth hatte unsere
Mischmaschine mit einem neuen Sportfahrwerk ausgestatten, sodass
wieder nach Herzenslust auch in Kurven gemischt werden konnte.
Hatte der Bernd etwa doch
noch einen Hals? Ne, doch nicht! Das ist sein Doppelkinn.
Brüderliche Teamarbeit in Vollendung
gab es natürlich auch. Obwohl! Frank hatte nicht die auf der
Baustelle vorgeschriebene
Schutzbekleidung an. Nicht die Schuhe! Die
Einheitsbaumfällerjacke! |
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So, die Umrandung des
Spielfeldes ist fast fertig und langsam nimmt das Projekt Formen
an. |
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| 28.04.2012 |
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Das war der Arbeitsauftrag für
den Tag. Links: 5,4t Splitt 2-5mm. Rechts: 9,75t Mineralgemisch
0-22mm. Und das war noch nicht alles. Eigentlich brauchten wir
17,5t Mineralgemisch. Der LKW
unseres Bauhändlers war aber zu klein. Also musste er ein zweites Mal
fahren um die fehlenden
7,75t zu bringen. Wer das Projekt
aufmerksam verfolgt hat, ahnt was jetzt kommt. Richtig! Das
kostet natürlich eine Anfahrt mehr!
Und wer besonders aufmerksam war, merkt, dass die
Materialien
nicht mit der Planung
übereinstimmen. Zwei Probleme haben sich im Verlauf des
Projektes ergeben. Der Schichtaufbau
der Spielfläche machte, wie sich im Gespräch mit
Baufachleuten herausstellte, gemäß der
genutzen Internetquelle, keinen Sinn und war in sich
widersprüchlich. Wir haben uns dann für eine
wassergebundene Decke in 3-Schichtbauweise
entschieden. Das
zweite Problem ist das, dass man
die Materialien, die man in bestimmten
Körnungen dann braucht,
nicht unbedingt bekommt. Also
muss man Kompromisse machen oder
man läßt das Material aus
Übersee heranbringen. Wenn
alles fertig ist, wird die Planung gemäß
der Ausführung noch einmal
überarbeitet. Versprochen! |
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Und dieses Mal waren sie plötzlich da.
Eine Schar fleissiger Helfer strömte in die Anlage und war
vor
Tatendrang fast nicht zu bändigen. Die Höchstgeschwindigkeit für
Schubkarrenfahrten in
einer deutschen Kleingartenanlage wurde mehrfach überschritten.
Hinweisschilder auf zulässige
Achslasten wurden nicht
beachtet. Deos und sonstige Antitranspirantien wurden bis an
ihre
Grenzen belastet. |
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Es ging zu wie in einem
Bienenstock. Überall wurde gewuselt. Es kamen sogar
Spezialschubkarren für das Arbeiten am Hang zum Einsatz. |
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Und während die einen noch fuhren,
verlegten die anderen schon die Platten. Da ging dem
Projektleiter das Herz auf! Böse Zungen behaupten jedoch, er hat
das direkt wieder ausgenutzt
und viel mehr machen lassen, als vorher angekündigt worden war.
Auch soll er im Vorfeld die
Menge an Material etwas verniedlicht haben. Skandal! |
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Das ist ja das Letzte. Die
Schubkarre ist gar nicht voll! Ach so!!! Nicht das, die letzte
Schubkarre!
Und jetzt bitte einen Moment der Ruhe und der Hochachtung. Das sind sie!
Es gibt sie also doch
noch! Austrainierte Athleten mit wohldefinierten Körpern.
Geschmeidig wie Raubkatzen. Stark
wie Bullen. Immer am Limit. Eine unfassbare Ladung Manpower.
Kurz gesagt, Kleingärtner! Mit
den Jungs unterkellern wir im nächsten Jahr die komplette
Anlage. Der Bauantrag läuft schon! |
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Es wird! Kurzes Zwischenfazit
für den geneigten Leser. Rechnet man den Aushub, den Schotter,
den Beton, die Randsteine, den Splitt und das Mineralgemisch
zusammen, so kommt man bis zu
diesem Datum auf ca. 80t hin- und hergeschlörte Materialien.
Aber was soll man sagen.
Hauptsache man ist beschäftigt und an der frischen Luft. |
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| 05.05.2012 |
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Stillleben mit Schüppen.Wir
mußten noch mal 2m³ Split anfahren lassen. Es wird gemunkelt,
der
Projektleiter hat sich verrechnet. Der gibt in einer ersten,
öffentlichen Stellungnahme jedoch
maximal zu, dass es einen Unterschied zwischen dem theoretischen
und dem später verdichteten
Volumen der Materialien gibt. Diesen Faktor hätte er jedoch
nirgendwo finden können. Und
extra
Bauingenieurswesen zu studieren, erschien ihm dann doch etwas zu
aufwendig zu sein.
Auf dem
rechten Bild steht links noch unser Gartenobmann Klaus. Kurz
danach ist er jedoch zu
unserem
ersten Bandscheibenvorfallsverdachtsfall geworden. |
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Was man auf dem linken Bild
leider nur schlecht erkennen kann, ist der Winkel, den unser
ideenreicher Dieter an das Brett geschraubt hatte. Diesen konnte
er zum Abziehen des Splitts auf
die Oberkante der
Rasenbordsteine legen und hatte direkt die benötigte Höhe.
Rechts wurde in
Waage dazu ein Stahlprofil der Länge nach
ausgerichtet. Und tadah, Höhe und Gefälle nach
hinten stimmten.
Und dann kamen die U-Steine. Dazu hatten wir an diesem Tag keine
Lösung.
Heranfahren lassen sie sich sehr gut mit einer
Sackkarre. Aber den Stein in Position zu bringen,
ist fast
unmöglich. Der Stein wiegt wie bereits erwähnt knappe 100kg. Zu
packen ist er nur an
zwei Seiten. Die eine Seite muss aber dicht
an den nächsten Stein gesetzt werden. Richtig, auf
der einen
Seite einen Siemens-Lufthaken und auf der anderen Seite Ursus,
den Weltenversetzer.
Mit viel Quälerei hatten wir dann sechs
Steine gesetzt. Und siehe da, die U-Steine sind ca.
3-4mm
kleiner als die Gehwegplatten. Damit die Fugen in einer Flucht
verlaufen, müssen die
U-Steine mit einer größeren Fuge verlegt
werden. Es gab daraufhin zwar Lösungsansätze für das
U-Stein-Transportproblem aber Lust hatten wir auf die Dinger
sowieso keine mehr. Also haben
wir die noch fehlenden
Gehwegplatten verlegt und die U-Steine mit Missachtung bestraft. |
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Zum Abschluss noch einen
Leckerbissen, der unseren Projektleiter zur Weißglut getrieben
hat.
Links ein Standard U-Stein. Preis 14,88 Euro. Rechts eine
U-Stein Ecke des selben Herstellers.
Preis 44,68 Euro. Vollkommen egal wie man die beiden Steine
aneinander legt, es paßt nie.
Immer hat ein Stein eine Fase und der andere Stein nicht. Das
würde natürlich aussehen wie
gewollt und nicht gekonnt. Selbstverständlich haben wir nachgefragt, was
sich der Hersteller
dabei gedacht
hat. Kurz und knackig auf den Punkt gebracht. Nichts! Die
Antwort war die, dass
dies zwar so
sei, aber sich noch niemals jemand darüber aufgeregt hätte. Na,
herzlichen Dank für
das
Gespräch. Unser Baustoffhändler hat uns dann aus Kulanz die
Kosten für den anstehenden
Transport der Rüttelplatte erlassen. |
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